Obmann

Haring Johann
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AKTUELLES

Vandalismus und Diebstahl in unserem Wald!!
Die Urbarialgemeinde ersucht die Bevölkerung um Unterstützung.

In den letzten Monaten wurden im Schattendorfer Wald immer wieder Fälle von Vandalismus und Diebstahl entdeckt. Bei den entwendeten Bäumen handelt es nicht um Schadholz, sondern um gesunde Weißbuchen mittleren Alters.

Ein Forstwirt wird als Täter eher nicht vermutet:
„Keiner der zahlreichen Schatten-dorfer, die Jahr für Jahr Holz schlägern, würde den Baum in dieser Höhe fällen.“ halten die älteren, erfahrenen Urbarialisten fest.

Wenn jemand Holz benötigt, kann man jederzeit mit der Urbarialgemeinde reden. Das selbst geschlägerte Holz ist auch gar nicht teuer. „Holz, das aus dem Wald raus sollte gibt es genug. Aber nicht solche Bäume. Das ist neben Diebstahl auch noch dumm“ ärgern sich die Verantwortlichen. Und Diebstahl ist kein Kavaliersdelikt!

Junge neu ausgepflanzte Bäume wurden abgezwickt oder herausgerissen und weggeworfen.

Sogar im Jungwald mussten leider Fälle von Vandalismus, also von mutwilliger Zerstörung, festgestellt werden.

 

„Neben Geld werden unzählige Stunden in die Aufforstung und Pflege eines Jungwaldes gesteckt. Von Menschen die gar nichts mehr davon haben – erst die nächste und übernächste Generation. Und dann sowas.“ zeigt sich Obmann Johann Haring sichtlich enttäuscht.

 

 

 

Weiters wurden einige Eichen schwer beschädigt. Die betroffenen Bäume haben keinerlei Überlebenschance und müssen frühzeitig gefällt werden. Das Wachstum und die Nährstoffversorgung eines Baumes erfolgt über die innen-liegenden Rindenschichten (Bast und Kambium). Bei schönen gesunden Eichen wurde rundherum die Rinde abgeschält, teilweise bis auf über 2m Höhe. Das ist zweifellos kein Lausbubenstreich.

Diese jüngsten Beschädigungen wurden zur Anzeige gebracht. Die Exekutivbeamten berichteten von gleichen Beschädigungen im Loipersbacher Wald. Demnach muss diesen Tätern eine gewisse Professionalität und Profit als Tatmotiv unterstellt werden, zumal die Rinde auch mitgenommen wurde.

Eine flächendeckende Überwachung des Waldes ist natürlich unmöglich. Deswegen ist eine breite Unterstützung wichtig, um dem „Zufall“ zu helfen. Die örtliche Jagdgesellschaft hat ihre Hilfe bereits zugesagt. Wir ersuchen auch die Ortsbevölkerung, welche vielfach den Wald als Naherholungsgebiet nutzt, die Wachsamkeit diesbezüglich zu erhöhen, um unseren Schattendorfer Wald vor solchen Zerstörungen zukünftig zu schützen.

Herzlichen Dank!

 


31.08.2020 Urbarialgemeinde – Tag des Waldes

Am Sonntag den 31.8.2020 lud die Urbarialgemeinde Schattendorf alle Urbarialmitglieder, deren Familien und Freunde zu einem Waldtag ein. Bei dem kleinen Spaziergang wurde das Thema Forstwirtschaft und Waldpflege allen interessierten Teilnehmern ein wenig erläutert.
Neben dem Bezirksförster, Bernd Schreiber, erklärte der erfahrene Waldexperte und Urbarialist, Reichl Johann, welche Baumarten im Schattendorfer Wald gepflanzt und gefördert werden. Auch einige Schwachstellen wurden aufgezeigt.
Treffpunkt war beim Altstoffsammelzentrum, bei dem Obmann Johann Haring alle Interessierten begrüßte. Die Strecke ging dann vom Haidspitzwald über den „Tierfriedhof“, den „Hühnergramerweg“ Richtung Scheiberwiese. Auf der Wegstrecke sah man unter anderem verschiedene Eichensorten, aber auch der Pilzbefall der Eschen war eindeutig zu erkennen.
Danach ging es weiter Richtung Dibishof – hier war eine gut gepflegte Ausforstung ersichtlich. Über den „Bäckerweg“ wanderten dann Alle zum Schießplatz der Sportschützen. Bei einem gemütlichen Ausklang unter der Laube des Vereinsgebäudes wurden alle Beteiligte von der Urbarialgemeinde Schattendorf zu einer kleinen Jause eingeladen.
Aufgrund des durchwegs positiven Feedbacks der Teilnehmer wird es seitens der Urbarialgemeinde auch 2021 einen Waldtag geben, bei dem die andere Seite des Waldhotters beobachtet und erläutert wird. Nähere Infos dazu werden folgen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


GESCHICHTLICHES

Mit Urbar bezeichnete man im Mittelalter die Einkünfte aus Grund und Boden, häufig auch ein Grundstock selbst. Das „Urbarium“ (Grundbuch) war ein in Listen angelegtes Güter- und Einkünfteverzeichnis für die Wirtschaftsführung und Verwaltung der Grundherrschaften.

Um die Einkünfte der Grundherren zu heben, bekamen die Bauern bereits unter Kaiserin Maria Theresia mehr Freiraum — Urbarialgesetze (1832/1836). Diese verminderten schließlich die Belastungen der Untertanen deutlich

Die Gesetze von 1848 („Bauernbefreiung“) verfügten auch die Aufhebung des Untertanenverbandes und eine Neuordnung des Eigentumsrechts an Grund und Boden.

In Schattendorf erhielten die ehemaligen Untertanen 1864 das Eigentumsrecht über die von ihnen bisher genutzten Urbarialgrundstücke, die sich großteils aus Wald und Wiesen zusammensetzten. Nachdem das gemeinschaftliche Eigentum nicht geteilt werden durfte (ungarisches Forstgesetz von 1879), entstand eine agrarwirtschaftliche Nutzungsgemeinde, die Urbarialgemeinde. Die forstwirtschaftlichen Arbeiten, die Sachverständnis erforderten, wurden von der königlich ungarischen Forstverwaltung in Ödenburg versehen.

Den Mitgliedern der Urbarialgemeinde Schattendorf stehen auch heute noch gewisse Anteilsrechte zu. Die Verwaltung des gemeinschaftlichen Vermögens besorgen Vollversammlung, Obmann und Verwaltungsausschuss. 314 Mitglieder besitzen 1368 Anteile, jährlich werden von der Waldfläche 113 Lose zur Brennholzgewinnung aufgeteilt

Die Urbarialgemeinde Schattendorf besitzt eine Fläche von 271 ha. Der Wald erstreckt sich von 260m bis 360m über dem Meeresspiegel.

Zu den wichtigsten Baumarten zählen die Hainbuche (42,1%), die Zerreiche (15,3%), die Traubeneiche (15%), die Weißkiefer (8,6%) und die Robinie (6,2%).

 

Natur- und Denkmalschutz

Altes soll man schützen und pflegen, damit seltene Dinge auch noch die Nachkommen erfreuen können. So steht eine Traubeneiche, im Volksmund „Schöne Eiche“ genannt, seit 1976 unter Naturschutz.

Unter Denkmalschutz auf dem Gebiet der Urbarialgemeinde stehen seit 1923 die etwa 30 Grabhügel aus der Hallstattzeit (600-700 v. Chr.) im Hartspitzwald.

Die Obmänner der Urbarialgemeinde seit 1900

1900 – 1906 Gran Michael, Hauptstraße 179
1907 – 1912 Haring Michael, Hauptstraße 69
1913 – 1915 Kirchknopf Peter, Hauptstraße 71
1916 – 1919 Grasl Mathias, Hauptstr, 82
1920 – 1923 Grasl Andreas, Hauptstr. 154
1924 – 1926 Moser Josef, Hauptstr. 65
1926 – 1933 Trimmel Johann, Hauptstr. 1
1933 – 1937 Müllner Johann, Hauptstr.
1937 (provisorisch) Bauer Johann, Hauptstr. 2
1937 – 1946 Grasl Mathias, Gartengasse 6
1946- 1968 Grasl Martin, Hauptstr. 54
1968 – 1991 Reichl Paul, Hauptstr. 164
1991 – 2001 Tranker Mathias, Hauptstr.
2001 – 2019 Mag. Grafl Walter, Brückengasse
seit 2019 Haring Johann, Plankengasse 9